
Diakonie Mülheim -
Aktuelles
Ehrung und viel Einsatz: das Jahr 2025 der Heinzelwerker
Ein weiteres arbeitsreiches Jahr liegt hinter den Heinzelwerkern: Die ehrenamtlichen Heimwerker, die für ältere und bedürftige Menschen kleinere handwerkliche Arbeiten übernehmen, erledigten in 2025 genau 475 Anfragen. Hinter jedem dieser Aufträge verbergen sich jedoch oftmals mehrere Vor-Ort-Termine und tausende von quer durch die Stadt gefahrene Kilometer. Dies berichteten Erich Reichertz und Detlev Berghof aus dem Heinzelwerk-Führungskreis nun Geschäftsführerin Birgit Hirsch-Palepu. Das von ihr geführte Diakonische Werk Mülheim an der Ruhr gGmbH ist gemeinsam mit dem Centrum für bürgerschaftliches Engagement (CBE) Träger des Ehrenamtsprojekts, das im Jahr 2009 von Erich Reichertz initiiert wurde. Doch neben all der ehrenamtlichen Arbeit gab es im vergangenen Jahr auch einen ganz besonderen Termin: Das Heinzelwerk erhielt von NRW-Sozialminister Karl-Josef Laumann eine persönliche Dankesurkunde.
Ehrenamt schafft Begegnung“ – unter diesen griffigen Titel stand die Veranstaltungsreihe des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen mit dem Ziel, bürgerschaftliches Engagement in der Seniorenarbeit zu fördern und zu würdigen. Im Rahmen dessen nahm Erich Reichertz an einem Treffen in Düsseldorf teil und stellte das Heinzelwerk bei einer Podiumsrunde vor. Denn die Heinzelwerker bringen nicht nur Lampen an, ersetzen Glühbirnen oder reparieren tropfende Wasserhähne – sie sind auch Gesprächspartner. Gerade ältere Menschen sind dankbar für solche Unterhaltung. Für diese Verbindung von moderner Nachbarschaftshilfe und sozialem Miteinander zeichnete Sozialminister Karl-Josef Laumann das Heinzelwerk mit einer Dankesurkunde aus. Für Erich Reichertz war das ein ganz besonderer Termin im vergangenen Jahr und er erinnert sich gerne an die Begegnung mit Minister Laumann, der sich Zeit für ein intensives Einzelgespräch genommen hat. „Über diese Wertschätzung unseres Engagements freuen wir uns sehr“, sagt Erich Reichertz
Doch gehören nicht nur Senior:innen zu den Heinzelwerk-Kunden. Rund die Hälfte der 475 Anfragen kamen von Menschen, die sich keinen Handwerker leisten können. Und eben dies bleibt ein zentraler Punkt im Konzept der Heinzelwerker: Die Ehrenamtlichen wollen den Hauptberuflichen keine Konkurrenz machen. So wurden insgesamt 24 Anfragen auch abgelehnt und an das lokale Handwerk verwiesen.
Fast ein Drittel der Anfragen betreffen zudem Technikprobleme. Detlev Berghof ist wichtiger Ansprechpartner, wenn etwa die Fernsehsender wieder die falsche Reihenfolge haben oder ein Telefon eingerichtet werden muss. „Meist sind es ältere Damen, die keine Kinder oder Enkelkinder in der Nähe haben, die ihnen bei diesen Dingen helfen können“, berichtet Detlev Berghof. „Wir hören oft: Früher hat das mein Mann gemacht.“
Aktuell engagieren sich 22 Herren und eine Dame für das ehrenamtliche Projekt. Sie treffen sich regelmäßig zum Austausch. „Es kommen immer mindestens 15 Leute“, sagt Erich Reichertz. Für ihn ist das ein deutliches Zeichen, wie wichtig das Miteinander der Gruppe ist: „Der Austausch ist zentral. Denn oftmals sind kreative Lösungen nötig, um ein Problem zu beheben. Dann ist es gut, von anderen zu hören, wie sie das gelöst haben.“ Grundsätzlich gilt für Erich Reichertz: „Wir sind stolz darauf, was wir als Heinzelwerker leisten. Und dass wir ein wichtiges Angebot machen, zeigen die Anfragen, die sich nach der Corona-Pandemie wieder auf hohem Niveau eingependelt haben.“
Die Heinzelwerk-Treffen finden in Räumen des Diakonischen Werkes statt. Zudem werden alle Anfragen in der Telefonzentrale der Mülheimer Diakonie angenommen: Tel. 0208 / 3003 277. „Wir als Diakonisches Werk begleiten das Heinzelwerk seit seiner Gründung, weil wir von der Initiative und dem dahinterstehenden Team überzeugt sind“, sagt Geschäftsführerin Birgit Hirsch-Palepu. „Der Einsatz und die geleistete Arbeit sind wirklich außergewöhnlich.“
Ebenfalls von Beginn an dabei ist das Centrum für bürgerschaftliches Engagement (CBE), das Anlaufstelle für die Ehrenamtlichen ist. Zuletzt konnten über das CBE drei neue Heinzelwerker gewonnen werden, was das Führungsteam sehr freut – vor allem, weil die Neuen jünger sind: „Unser Ziel ist es, uns in diesem Jahr weiter zu verjüngen, denn aktuell liegt unser Altersdurchschnitt bei rund 70 Jahren.“ Doch das ändert nichts daran, dass das Heinzelwerk immer noch aktiv und agil ist.
Kontakt für Ehrenamtliche: Menschen, die sich als Heinzelwerker einbringen möchten, können sich beim Centrum für bürgerschaftliches Engagement (CBE) melden: Tel. 0208 – 97 068 13.
Kontakt für Hilfesuchende: Menschen, die bedürftig oder aufgrund ihres Alters oder einer körperlichen Einschränkung nicht in der Lage sind, einfache handwerkliche Arbeiten selbst zu erledigen, können sich an das Diakonische Werk wenden: Tel. 0208 – 3003 -277.
Diakonie ehrt langjährigen Wegbegleiter
Weit mehr als zwei Jahrzehnte lang gestaltete Superintendent i.R. Pfarrer Gerald Hillebrand im Vorstand die Entwicklung des Diakonischen Werkes im Evangelischen Kirchenkreis An der Ruhr mit. Zum 31. Dezember 2025 endet dann eine Ära: Das Diakonische Werk wurde im Zuge eines Betriebsübergangs zu einer gGmbH und damit löste sich auch der Vorstand auf. Als Würdigung und Dank für seinen über 25 Jahre währenden Einsatz für die Mülheimer Diakonie, ihre Mitarbeitenden und die betreuten Menschen wurde Pfarrer Hillebrand am Freitag, 30. Januar 2026, mit einem Festgottesdienst in der Petrikirche verabschiedet.
Es war ein persönlicher Ausstand in kleinem Rahmen. Denn der Gottesdienst wurde nicht nur von der Diakoniebeauftragten Pfarrerin Alexandra Cordes, sondern auch von Superintendent Pfarrer Michael Manz gestaltet. Beide haben damit Funktionen, die Gerald Hillebrand vor Ihnen innehatte: 1999 wurde Pfarrer Gerald Hillebrand Diakoniebeauftragter des Kirchenkreises An der Ruhr und damit Mitglied im Vorstand des Diakonischen Werkes. Dies blieb es auch, als er 2017 zum Superintendenten gewählt wurde. Als „deutliches Zeichen der engen Verbundenheit“, die Pfarrer Hillebrand stets mit dem Diakonischen Werk und diakonischen Themen empfunden hat, wertet dies Birgit Hirsch-Palepu, die Geschäftsführerin des Diakonischen Werkes im Evangelischen Kirchenkreis An der Ruhr war und auch Geschäftsführerin der Diakonisches Werk Mülheim an der Ruhr gGmbH ist. Zuletzt war Pfarrer Hillebrand seit September 2024 Vorsitzender des Kuratoriums, das er bis zum Neustart in neuer Rechtsform führte.
So war Gerald Hillebrand zweieinhalb Jahrzehnte zentrales Mitglied der diakonischen Dienstgemeinschaft. Er führte durch Diakoniegottesdienste, begleitete Feste, Veranstaltungen und Weihnachtsfeiern – und das in stets kurzweiliger, lebensnaher Art, die dennoch zum Innehalten und Nachdenken anregte. So freute es die Gottesdienstbesucher:innen, dass Pfarrer Hillebrand in seinem Verabschiedungsgottesdienst nochmals auf die Kanzel stieg und die Predigt hielt. Anschließend ging der Staffelstab an Pfarrerin Alexandra Cordes, die durch den Gottesdienst in der Petrikirche führte. Superintendent Pfarrer Michael Manz verabschiedete Pfarrer Hillebrand mit persönlichen Worten.
Das lange und gute Miteinander und die große Vertrautheit waren durchweg zu spüren – auch bei den anschließenden Grußworten. So danke Geschäftsführerin Birgit Hirsch-Palepu Pfarrer Gerald Hillebrand für das stets menschlich und fachlich gute Miteinander und seinen großen Einsatz.
Download: Im Mittelpunkt von Superintendent Pfarrer i.R. Hillebrands Predigt stand Matthäus 19,22.
Bewährtes Team unter neuem Namen
Der Kern bleibt erhalten: Das Diakonische Werk ist stark für andere, setzt sich mit seinem bewährten Team, mit seinen Abteilungen und Einrichtungen für Mülheimer:innen in verschiedensten Lebenslagen und für eine soziale Stadtgesellschaft ein. Ab 01.01.2026 geschieht das unter neuem Namen und mit einer neuen Betriebsform. Die Diakonisches Werk Mülheim an der Ruhr gGmbH setzt damit nahtlos die Arbeit des bisherigen „Diakonischen Werkes im Evangelischen Kirchenkreis An der Ruhr“ fort.
Birgit Hirsch-Palepu leitet weiterhin als Geschäftsführerin die Geschicke der Mülheimer Diakonie und schaut auf eine spannende und auch sehr arbeitsreiche Zeit zurück, in der der Betriebsübergang von ihr federführend vorbereitet wurde: „Wir haben uns zwei Jahre lang intensiv vorbereitet und dabei auch die Chance genutzt, Bewährtes auf den Prüfstand zu stellen und interne Abläufe zu hinterfragen. Das Ziel aller Entscheidungen war stets, die neue Diakonisches Werk Mülheim an der Ruhr gGmbH zukunftsfähig aufzustellen.“
Diese Änderungen werden die meisten der vom Diakonischen Werk begleiteten Menschen jedoch gar nicht merken, betreffen sie doch vor allem interne und verwaltungstechnische Abläufe. Die bestehenden Beratungs- und Betreuungsangebote der sieben Abteilungen plus dem Evangelischen Betreuungsverein e.V. bleiben weiterhin unverändert bestehen. Dazu gehören die Soziale Arbeit an Schulen mit unter anderem der OGS- und VGS-Betreuung, die Evangelische Beratungsstelle für Schwangerschaft und Schwangerschaftskonflikte, die Jugend- und Familienhilfe, die Wohnungsnotfallhilfe, die Integrationsfachschule und der Jugendmigrationsdienst, die Gemeinwesenarbeit in Styrum, die Suchtberatungs- und Behandlungsstelle „Ambulatorium“, die Stationäre Suchttherapeutische Einrichtung „TWG Mülheim“ und die verschiedenen Angebote der Wohnungslosenhilfe (Ambulante Gefährdetenhilfe).
„Ich freue mich sehr, dass wir alle Mitarbeitenden – und es sind fast 300 – in die neue gGmbH übernehmen konnten. Dies ist ein deutliches Zeichen der Kontinuität und der Zugehörigkeit, die unsere Dienstgemeinschaft bei der Diakonie Mülheim ausmacht“, betont Birgit Hirsch-Palepu, der seit 01.01.2026 Bereichsleiter Malte Stöß und Verwaltungsleiterin Ellen Hirsch als Prokuristen zur Seite stehen. „Für die von uns betreuten Menschen in allen Altersgruppen und verschiedenen Lebenslagen bedeutet das zudem Stabilität und Verlässlichkeit.“
Eben dies sind für die Geschäftsführerin zwei sehr wichtige Worte: Denn mit der Diakonisches Werk Mülheim an der Ruhr gGmbH wird sie die bestehenden Partnerschaften in Stadt, Region und darüber hinaus zuverlässig und nachhaltig fortführen. „Wir bleiben ein verlässlicher Teil des lokalen Hilfenetzwerkes. Das Diakonische Werk versteht sich weiterhin als Teil von Kirche und der Mülheimer Stadtgesellschaft.“ Und so freut sich Birgit Hirsch-Palepu auf alle Herausforderungen, die nun als Geschäftsführerin auf sie zukommen – auf bekannte wie auf neue gleichermaßen: „Der Start der gGmbH ist ein kleiner Neuanfang, der ganz viel Bekanntes enthält. Und ich schaue mit Freude und Zuversicht auf alles, was kommt.“