
Diakonie Mülheim -
Aktuelles
Diakonie ehrt langjährigen Wegbegleiter
Weit mehr als zwei Jahrzehnte lang gestaltete Superintendent i.R. Pfarrer Gerald Hillebrand im Vorstand die Entwicklung des Diakonischen Werkes im Evangelischen Kirchenkreis An der Ruhr mit. Zum 31. Dezember 2025 endet dann eine Ära: Das Diakonische Werk wurde im Zuge eines Betriebsübergangs zu einer gGmbH und damit löste sich auch der Vorstand auf. Als Würdigung und Dank für seinen über 25 Jahre währenden Einsatz für die Mülheimer Diakonie, ihre Mitarbeitenden und die betreuten Menschen wurde Pfarrer Hillebrand am Freitag, 30. Januar 2026, mit einem Festgottesdienst in der Petrikirche verabschiedet.
Es war ein persönlicher Ausstand in kleinem Rahmen. Denn der Gottesdienst wurde nicht nur von der Diakoniebeauftragten Pfarrerin Alexandra Cordes, sondern auch von Superintendent Pfarrer Michael Manz gestaltet. Beide haben damit Funktionen, die Gerald Hillebrand vor Ihnen innehatte: 1999 wurde Pfarrer Gerald Hillebrand Diakoniebeauftragter des Kirchenkreises An der Ruhr und damit Mitglied im Vorstand des Diakonischen Werkes. Dies blieb es auch, als er 2017 zum Superintendenten gewählt wurde. Als „deutliches Zeichen der engen Verbundenheit“, die Pfarrer Hillebrand stets mit dem Diakonischen Werk und diakonischen Themen empfunden hat, wertet dies Birgit Hirsch-Palepu, die Geschäftsführerin des Diakonischen Werkes im Evangelischen Kirchenkreis An der Ruhr war und auch Geschäftsführerin der Diakonisches Werk Mülheim an der Ruhr gGmbH ist. Zuletzt war Pfarrer Hillebrand seit September 2024 Vorsitzender des Kuratoriums, das er bis zum Neustart in neuer Rechtsform führte.
So war Gerald Hillebrand zweieinhalb Jahrzehnte zentrales Mitglied der diakonischen Dienstgemeinschaft. Er führte durch Diakoniegottesdienste, begleitete Feste, Veranstaltungen und Weihnachtsfeiern – und das in stets kurzweiliger, lebensnaher Art, die dennoch zum Innehalten und Nachdenken anregte. So freute es die Gottesdienstbesucher:innen, dass Pfarrer Hillebrand in seinem Verabschiedungsgottesdienst nochmals auf die Kanzel stieg und die Predigt hielt. Anschließend ging der Staffelstab an Pfarrerin Alexandra Cordes, die durch den Gottesdienst in der Petrikirche führte. Superintendent Pfarrer Michael Manz verabschiedete Pfarrer Hillebrand mit persönlichen Worten.
Das lange und gute Miteinander und die große Vertrautheit waren durchweg zu spüren – auch bei den anschließenden Grußworten. So danke Geschäftsführerin Birgit Hirsch-Palepu Pfarrer Gerald Hillebrand für das stets menschlich und fachlich gute Miteinander und seinen großen Einsatz.
Download: Im Mittelpunkt von Superintendent Pfarrer i.R. Hillebrands Predigt stand Matthäus 19,22.
Bewährtes Team unter neuem Namen
Der Kern bleibt erhalten: Das Diakonische Werk ist stark für andere, setzt sich mit seinem bewährten Team, mit seinen Abteilungen und Einrichtungen für Mülheimer:innen in verschiedensten Lebenslagen und für eine soziale Stadtgesellschaft ein. Ab 01.01.2026 geschieht das unter neuem Namen und mit einer neuen Betriebsform. Die Diakonisches Werk Mülheim an der Ruhr gGmbH setzt damit nahtlos die Arbeit des bisherigen „Diakonischen Werkes im Evangelischen Kirchenkreis An der Ruhr“ fort.
Birgit Hirsch-Palepu leitet weiterhin als Geschäftsführerin die Geschicke der Mülheimer Diakonie und schaut auf eine spannende und auch sehr arbeitsreiche Zeit zurück, in der der Betriebsübergang von ihr federführend vorbereitet wurde: „Wir haben uns zwei Jahre lang intensiv vorbereitet und dabei auch die Chance genutzt, Bewährtes auf den Prüfstand zu stellen und interne Abläufe zu hinterfragen. Das Ziel aller Entscheidungen war stets, die neue Diakonisches Werk Mülheim an der Ruhr gGmbH zukunftsfähig aufzustellen.“
Diese Änderungen werden die meisten der vom Diakonischen Werk begleiteten Menschen jedoch gar nicht merken, betreffen sie doch vor allem interne und verwaltungstechnische Abläufe. Die bestehenden Beratungs- und Betreuungsangebote der sieben Abteilungen plus dem Evangelischen Betreuungsverein e.V. bleiben weiterhin unverändert bestehen. Dazu gehören die Soziale Arbeit an Schulen mit unter anderem der OGS- und VGS-Betreuung, die Evangelische Beratungsstelle für Schwangerschaft und Schwangerschaftskonflikte, die Jugend- und Familienhilfe, die Wohnungsnotfallhilfe, die Integrationsfachschule und der Jugendmigrationsdienst, die Gemeinwesenarbeit in Styrum, die Suchtberatungs- und Behandlungsstelle „Ambulatorium“, die Stationäre Suchttherapeutische Einrichtung „TWG Mülheim“ und die verschiedenen Angebote der Wohnungslosenhilfe (Ambulante Gefährdetenhilfe).
„Ich freue mich sehr, dass wir alle Mitarbeitenden – und es sind fast 300 – in die neue gGmbH übernehmen konnten. Dies ist ein deutliches Zeichen der Kontinuität und der Zugehörigkeit, die unsere Dienstgemeinschaft bei der Diakonie Mülheim ausmacht“, betont Birgit Hirsch-Palepu, der seit 01.01.2026 Bereichsleiter Malte Stöß und Verwaltungsleiterin Ellen Hirsch als Prokuristen zur Seite stehen. „Für die von uns betreuten Menschen in allen Altersgruppen und verschiedenen Lebenslagen bedeutet das zudem Stabilität und Verlässlichkeit.“
Eben dies sind für die Geschäftsführerin zwei sehr wichtige Worte: Denn mit der Diakonisches Werk Mülheim an der Ruhr gGmbH wird sie die bestehenden Partnerschaften in Stadt, Region und darüber hinaus zuverlässig und nachhaltig fortführen. „Wir bleiben ein verlässlicher Teil des lokalen Hilfenetzwerkes. Das Diakonische Werk versteht sich weiterhin als Teil von Kirche und der Mülheimer Stadtgesellschaft.“ Und so freut sich Birgit Hirsch-Palepu auf alle Herausforderungen, die nun als Geschäftsführerin auf sie zukommen – auf bekannte wie auf neue gleichermaßen: „Der Start der gGmbH ist ein kleiner Neuanfang, der ganz viel Bekanntes enthält. Und ich schaue mit Freude und Zuversicht auf alles, was kommt.“
Sprachschüler:innen besuchen Messe
Zugewanderte junge Menschen dabei unterstützen, sich eine Zukunft in Deutschland aufzubauen – das ist das Ziel der Abteilung „Soziale Dienste 2 – Integration“ des Diakonischen Werkes. Die von der Integrationsfachschule angebotenen Deutschkurse gehören deshalb ebenso zum Gesamtkonzept wie individuelle Beratung der Jugendmigrationsdienste (JMD) und des Kommunalen Integrationsmanagement (KIM). Zudem ist die Berufsvorbereitung ein zentraler Baustein der Angebote der Abteilung und so stand jüngst auch ein Besuch bei der Ausbildungsmesse „#Ausbildung 2026“ an.
Unter dem Titel „Finde den Weg zu deinem Wunschbetrieb oder zum Studium!“ konnten Jugendliche, die an Integrations- und Berufssprachkursen des Diakonischen Werkes teilnehmen, sich über die Ausbildung und das Studium in Deutschland schlau machen. Bei der Messe in der Mülheimer Stadthalle kamen sie unter anderem beim Azubi-Speed-Dating in direkten Kontakt mit Betrieben und erhielten Einblick in verschiedene Berufe.
„Eine ganze Reihe unserer Teilnehmenden haben die Chance genutzt und direkt am Veranstaltungstag ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen bei Personalentscheidern eingereicht“, berichtet Maria Brodt, die als stellvertretende Abteilungsleiterin die Exkursion federführend organisiert hat. „Es konnten vor Ort auch Bewerbungsfotos gemacht und Vorstellungsgespräche geübt oder vereinbart werden. Für unsere Jugendlichen war das ein ganz authentischer und wichtiger Einblick in den deutschen Bewerbungsprozess.“
Zugewanderten und geflüchteten Menschen den Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt zu ermöglichen und erleichtern, ist ein wichtiges Angebot des Diakonischen Werkes. Deshalb gehören spezielle berufsvorbereitende Deutschkurse zum Angebot der Integrationsfachschule. So gibt es bei der Mülheimer Diakonie Kurse für Migrant:innen mit bereits vorhandenen Deutschkenntnissen, die speziell auf einen Beruf im Gesundheitssektor vorbereiten.